Kultur Diffusion zwischen Ost und West

Die Japaner sind bekanntlich eine sehr hilfsbereites und gastfreundliches Volk. Das wird jeder bestätigen, der bereits eine Reise nach Japan unternommen hat. Man fühlt sich schnell aufgenommen und akzeptiert. Trotz dessen bestehen erhebliche Unterschiede zwischen der Kultur der Japaner und die der Deutschen. Den kulturellen Unterschied spürt man quasi an jeder Ecke. Besonders kommen diese Unterschied in der zwischenmenschlichen Umgangsweise zum Ausdruck. Diese unterscheidet sich doch sehr enorm von westlich geprägten Umgangsformen.

Es wundert nicht, dass Etikette für eine große Nation wie Japan nicht nur alltäglich, sondern auch notwendig ist, um ein angenehmes gesellschaftliches Zusammenleben zu gewährleisten. Selbst die überzeugten Individualisten des Landes halten sich an die in der Gesellschaft geltenden Regeln. Der Trend allerdings geht allerdings dahin, dass Individualismus in Ordnung ist sofern er nicht in Rebellion mündet. Bei einer solchen Regelhaftigkeit, ist es nicht verwunderlich, dass die Etikette der Europäer oftmals nicht mit denen der Japaner übereinstimmt. Während den Reisen nach Japan können aufgrund dieser Differenzen auch schon mal unangenehme Situationen auftreten.

Eine solche Situationen treten natürlich ungewollt auf und werden oftmals fehl interpretiert. Unangenehm kann auch eine Situation sein, in der man eigentlich gute Absichten hatte und trotzdessen auf Verachtung stößt. Ein solche Beispiel kann ein Mitbringsel zur Einladung sein, die ja bei Reisen nach Japan durchaus möglich ist, besonders wenn man geschäftlich in Japan ist. Bringt man ein Geschenk zu einer Einladung mit und übergibt dieses, sollte man sich nicht wundern, wenn dieses ohne Bemerkung einfach weg gelegt wird. Nicht etwa weil das Präsent nicht gut genug aussieht oder es zu klein ist sondern weil es in Japan unhöflich ist, ein Geschenk vor dem Geber auszupacken. Es wirkt gierig und wird als grobes Fehlverhalten aufgefasst. Wenn man sich in einer privaten Wohnung befindet, sollte man auch nicht auf einen Gegenstand deuten und sagen das man es schön findet. Damit nötigt man den Gastgeber den Gegenstand zu verschenken. In solchen Situationen kommt die einzigartige Gastfreundschaft der Japan zum Ausdruck.

Der erste Ausrutscher lauert bereits schon beim betreten einer japanischen Wohnung. Dabei gilt „Schuhe aus“. Ein privater Haushalt wird niemals mit Straßenschuhen betreten. In der Regel stehen auch für Gäste ein Paar Hausschuhe vor der Tür bereit. Auch in manchen Restaurants wird man gebeten die Schuhe gegen ein Paar Hausschuhe zu tauschen. Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass die Schuhe oder Schlappen, die in der Wohnung getragen werden nicht auf dem Gang zur Toiletten angezogen seien dürfen. Für die Toilette gibt es meistens extra Hausschuhe, welchen dann nur für die Toilette getragen werden. Diese Sachen sollte man auf jeden Fall im Hinterkopf behalten wenn man Reisen nach Japan unternimmt.

Die Unterschiede, welche zwischen den Japan und den westlichen Ländern bestehen sind auch zum Teil in den Werte verankern. So spielt das Alter in Japan eine wesentliche Rolle. Man tritt dem älteren mit Respekt gegenüber, auch wenn es sich bei dem Altersunterschied nur um wenige Jahr geht. In den öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es in der Regel Sitzplätze, die sich von den anderen farblich unterscheiden. Diese sind für die älteren Generationen in Japan vorgesehen. Wer jung ist oder meint es zu sein, sitzt niemals auf diesen Plätzen sondern steht davor.

Hinzu kommt noch, dass sich die Etikette in verschiedenen gesellschaftlich Kontexten unterscheidet. So ist das Benehmen in geschäftlichen Verhältnissen anders als im privaten Bereich. Damit die Reisen nach Japan nicht zur peinlichen Erinnerung wird, ist es nötig sich über Verhaltensweisen des Landes zu informieren. Zudem zeigt es auch, dass man sich mit der Kultur im Voraus auseinander gesetzt hat wenn man die Umgangsformen kennt. Das wissen viele Japaner zu schätzen. Wenn man die Grundkenntnisse der japanischen Verhaltensweisen kennt, ist es auch nicht mehr ganz so schlimm wenn man einen kleinen Ausrutscher begeht. Dieser wird dann schnell verziehen und nicht auf die Gold Waage gelegt.

Auch das Umfeld hat Einfluss auf das Verhalten der Japaner. Ein Dinner im Restaurants unterliegt anderen Verhaltensformen als ein Essen im eigenen Zu Hause. Das Speisen in der Öffentlichkeit bekommt einen ganz besonderen Beigeschmack, wenn man erst einmal weiß, was man dabei alles falsch machen kann. Ehe man sich versieht, begeht man eine Geste, die eigentlich nur auf Beerdigungen Gang und Gebe sind ohne dies zu beabsichtigen. Und dies wahrscheinlich während man sich gerade bei einem Geschäftsessen befindet oder bei einem Geburtstags Essen ist. Das wirft ein schlechtes Licht auf jemanden und wird als Beleidigung erachtet. Deshalb sollte man sich vor den Reisen nach Japan über die Essensregeln informieren und diese verinnerlichen.

Die Japaner sind stets daran interessiert die Harmonie in der Gesellschaft zu bewahren. Daher sollten auch laute und starke Diskussionen in der Öffentlichkeit, während den Reisen nach Japan vermieden werden. Zentrales Anliegen dessen ist es, dass niemand sein Gesicht verliert, also ist es ein absolutes Tabu jemanden vor andere bloss zu stellen, um sich zu brüsten. Auch starkes gestikulieren sagt man den Reisenden in Japan nach. Dieses wird ebenfalls als unangebracht und störend empfunden. Man geht in solchen Fällen davon aus, dass man seine Probleme des Privatleben in der Öffentlichkeit zur Schau stellt, was die zwischenmenschliche Harmonie doch sehr negativ beeinflusst.

Auch die richtige Anrede gehört zur Etikette. Besonders wichtig ist diese in geschäftlichen Beziehungen. Wenn man geschäftliche Reisen nach Japan unternimmt, sollte man darauf achten wie man seinen Geschäftspartner anspricht. Generell wird es in Japan so gehandhabt, dass man eine Anrede erst dann vornimmt, nachdem man auch vorgestellt wurde. Man geht nicht von alleine auf eine Person zu und spricht sie an. Die Vorstellung geht dabei immer vom niedrigsten Mitarbeiter aus. Also ein Mitarbeiter stellt seinen Vorgesetzten vor und dieser stellt sein Chef dem Gegenüber vor.Auch sollte bei der Ansprache immer der Titel hinzugefügt werden. Besitz eine Person einen akademischen Titel oder hat eine besondere Stellung inne, dann sollte man diese dem Namen beifügen. Nachdem man vorgestellt wurde gibt man sich die Hände aber man sollte die Reaktion des Gegenübers abwarten, verbeugt dieser sich, dann sollte man sich auch verneigen. Dabei gilt je mehr Respekt oder Anerkennung man gegenüber bringen möchte umso tiefer verneigt man sich. Bei Begrüßungen in einem geschäftlichen Kontexten sind Verbeugungen im 45° Winkel üblich.

© 2009 all rights reserved